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aus einein dreihundertjährigen Kloster-Kochbuch.
(Dominikanerkloster St. Pauli zu Leipzig.)
1. Ein Ziemer von einem Hirsch zuzurichten: Lege ihnin einen Topf oder Kessel, geuß darauf Wasser und setze eszum Feuer und laß einsieden und salze ihn wol und wenner gesotten ist, so lege ihn auf einen Rost und röste ihnhübsch braun, bestreue ihn wol mit Zucker und bestecke ihnmit ganzen Nelken, Zimmet und Muskatenblumen, mache daraufein gut Sod und würze es ab mit allerlei Würze, undwenn du ihn auf die Schüssel hast geben, so streue daraufMandelkerne, Rosincken, Zimmet und laß ganze Muskaten-nüsse und Zimmetstengel vergülden und bestecke die Ziemerhübsch damit, ziere sie wol und gib sie hin. Also magst duauch zubereiten Rehfleisch von Hintervierteln.
2. Ein Hirschwildpret mit einem thüringischen Sod. Nimmdas Wildpret, wasche es wol und drücke es dann aus inWein, zerhacke es in Stücken und nimm eine gute Fleisch-brühsuppe, die uit allzusehr gesalzen ist, sammt dem Wein,siede das in dem Sode, laß es wol weich werden. Wennseine Weile gesotten hat, schlage es in eine Mulde, greifedas Wildpret heraus, treibe das durch ein Tuch, daß es nitalso dick ist, lege das Widpret wieder hinein, thue darzu einegute Hand voll Rosincken, geschnittene Mandelkerne, Würze,Pfeffer, Ingwer, Nelken, Safran und laß es sieden bis esgar wird.
Solches Gericht hat der Pater Küchenmeister der Benediktinerin St. Veit zu Oldislebin unserem Bruder Sebastian Kämpften, als erdaselbst hospiliret, ehrlich angetrauet.