Kaninchen.
Die Kaninchen sind in vielen Küchen nicht beliebt, welcheswohl an dem Mangel guter Rezepte- liegen mag und schadeist; denn gut zubereitet, sind sie recht wohlschmeckend und dasie auch billig sind, so wären sie bei den jetzt so hohen Fleisch-preisen gewiß für manche Haushaltung oft eine gute undgesunde Aushülfe, viel besser als das nur zu häufig schlechteMetzgerfleisch.
In der ganz fe-ineu und namentlich in der französischenKüche spielen die Kaninchen dagegen eine bedeutende Rolleund eins der beliebtesten französischen Kochbücher, 1s Oui-siuisr ro^g.1, hat nicht weniger als sechzig Rezepte, umKaninchen zu bereiten, in theilweise sehr kostspieliger undumständlicher Art, sogar mit Champagner und mit Trüffeln,welches mir doch als zu viel der Ehre erscheint; hier sindnur einfache, aber gute und erprobte Rezepte zusammen-gestellt, die hoffentlich in mancher Küche Beifall finden werdenund besonders sind die Rezepte mit Speck zu empfehlen, weilder Speck dem etwas trockenen Fleisch der Kaninchen sehrvortheilhaft nachhilft.
1. Gebratenes Kaninchen: Die Kaninchen werden gewöhn-lich gerade wie die Hasen behandelt; eine sehr gute Art eszu bereiten ist aber folgende: Es wird, ohne in Essig ge-legen zu haben, gespickt und niit recht kochendem Wasser über-gössen, damit die Poren sich schließen; man gießt das Wasserdann gleich wieder ab und bratet das Kaninchen mit Butterund mit saurem Nahm, den man mit der Butter zugleichdaran thut, unter fleißigem Begießen, recht saftig.
Man kann das Kaninchen aber auch bloß in Butter braten,wo man hin und wieder ein wenig heißes Wasser zugießt