— ( 120 ) —man hat auch Münzen genug, wo die Kaiser blosmit einer Hauptbinden oder mit Lorbeern ge-krönt, oder auch gar mit entblößtem Haupte abgebil-det sind.Uebrigens ist wegen der Hauptbinde hiernoch nachzutragen, daß dieser Gebrauch viel älter alsdie Krone, und eine den Königen mehr geeigneteund passende Zierde gewesen sey. Diese Haupt-binde war theils mehr oder weniger breit, vonWolle und purpurroth, welche am Hintertheile desKopfes zusammen gebunden wurde, und wovon diebeiden Zipfel am Halse herunter hiengen.So sieht man auf den Münzen mit einer solchenBinde geschmückt die ersten römischen Könige Numeund Ancus Martius, so wie auch den Phi-lippus, Alexander den Großen. Die römi-schen Imperatoren, da sie mit Lorbeern nicht gekröntseyn wollten, trugen ebenfalls eine Kopfbinde, diejedoch von Seide; zugleich aber mit einer einfachen,oder auch wohl mit einer doppelten Reihe von ver-schiedenen kostbaren Gemmen und Edelsteinen ausge-zeichnet war.Aus dem Gesagten erhellet, daß noch mancheSchriftsteller unsers Zeitalters darin irren, da sie sichdes Wortes Diadem bedienen und die goldnen, sil-bernen, kupfernen oder von anderm Stoffe gemachtenKopfzierden, Diademe nennen; denn diese Kronensind keine Diademen, sondern ein Diadem war in denersten Zeiten eine aus Tuch oder Wolle verfertigteHauptbinde. Manutius belehrt uns, daß der KönigSeleucus über das Diadem, was er truge, sich so
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