Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

(114)vollführen oft in Kaiserlicher Macht nicht stande, sodurfte doch dieserhalben der Titel nicht sofort abbe-stritten werden, und daß auch ferner in diesem Ver-stande Mehrer des Reichs, das Wort Augustuseinem Kaiser sey zugelegt worden, erhellet aus denWorten, welche bei einer Kaiser=Krönung Kur=Pfalz be-Ueberreichung des Reichsapfels zu sagen pflegte:Es sollte nemlich Ihro kaiserliche Majestät solche rundeKugel hinnehmen und sich, wenn es möglich wäredie ganze runde Welt unterwerfen, damit sie inder That ein glorwürdigster Augustus heissen möchten.Aus eben diesem will man auch herleiten, daein Kaiser, der das Reich vermehren soll, um so vielweniger etwas davon hinweg zu schenken befugt seynkonnte. Man sehe Bilderbeck's Teutscher ReichsStaat 2. Theil 2. Kap. §. 4.Als die folgende Kaiser den Legem RegiamPontificatnm Maximum, das Amt eines Tribunenselbst nicht mehr achteten, und doch die vorige Ge-walt vermehrten, so nannten sie sich doch SempeAugustos oder Aeternos, vel Perpetuos Augustosso wie dieses bei Septimius Severus, Maximus und Constantinus geschehen ist. SieheReinesius inscript. lib. 44. pag. 88. Es findetsich auch bei dem berühmten Joh. Mabillon derDiplom. lib. 6. p. 656. bei Pfeffinger Vitriariillust, lib. 1. tit. 4. §. 3. Urkunden, daß schon Carlder Große und seine Nachkömmlinge diesen Titlangenommen haben.