— (110)geworden, so wie es bekannt ist, daß sie noch jenseitsdes Rheins den Sueven und Katten haben wei-chen müßen.Zweitens, der edle Gedanken der Selbstwürde(der unsre Stadt von jeher allzeit beseelte), dieserhatte bei unſern Vorfahren tiefe Wurzel gefaßt; dennwenn man nur von Rom sprach, so stieg schon einerhabenes hohes Gefühl bei ihnen auf und sie hattenRecht, darauf ſtolz zu ſeyn.Die Ubier hatten nun auch wohl Keine Ursache,sich mit der römischen Colonie zu brüsten, denn hie-durch wurden nur Feindseligkeiten mit andern Teut-schen erzeugt, die oft in Thätlichkeiten ausbrachen.Durch die hier angelegte Colonie wurden die Ubierzwar groß, nicht aber für sich, sondern zum Vortheilder Römer. Schließlich waren die Ubier alte, guteTeutschen, einfältig und redlich; durch die Bunds-verwandschaft mit den Römern, nahmen sie aber zu-gleich die bösen Sitten derselben an-Bündnisse mit den Römern zu schliessen, war derWeg zur politischen Sklaverei. Dergleichen Bünd-niße hatten die Ubier schon jenseits des Rheins mitden Römern geschlossen; diesseits blieb ihnen gar keinfreie Wahl mehr. Es war nur noch übrig, sich derUbier vollkommen zu versichern, um sich ihrer imKriege sowohl, als im Frieden zu bedienen. Hierzuwar das beste und sicherste, der römischen Politik ganzangemessene Mittel, Colonien einzulegen. Die Ubierunter dem Schein der Bundsgenossenschaft, vom rö-mischen Glanze geblendet, wurden Sclaven, ohne esselbst einzusehen. Wer die Kunstgriffe der Röme
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