Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
97
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(97)dem er nicht allein seinen Vater Domitius Aeno-barbus, seinen Bruder, Lehrer, seine Mutter,Gemählinn und unzählbare Männer von bewährterRedlichkeit hinrichten; sondern auch im Jahr 64 dieStadt Rom anzünden liesse, um das Vergnügen derVorstellung zu genieſſen, welch ein gräuliches Schau-ſpiel der Trojaniſche Brand dargeboten haben müße.Er bezüchtigte nun desfalls die Christen, als hät-ten diese die Stadt angesteckt, wodurch die erste Haupt-verfolgung gegen dieselbe entstanden ist, worinn auchdie heil. Aposteln Peter und Paul gemartert wor-den sind.Daß solche Grausamkeiten ein böses Ende neh-men mußten, konnte gar nicht fehlen; von Freundenverlaſſen und von ſeinen Feinden geängſtigt, erſtacher sich auf dem Felde, nicht weit von Rom, selbst,den lezten Seufzer ausstossend: Heu! quantus artifexpereo? Er war der lezte von Augusts Geschlechte,und da er in den freien Künſten, beſonders in derBildhauer= und Maler=Kunst nicht unerfahren gewe-ſen ſeyn ſoll, ſo war ſtets ſein richtiger Wahlſpruch:Artem quemvis Terra Colit.Dieser Agrippinen also, die durch ihre Geburt,durch ihren Bruder Caligula, durch ihren SohnNero, durch ihre Heirath mit dem Claudius,eine Urenkelinn, Tochter, Schwester, Gemahlinn undMutter von Kaisern ward, die ein Muster der größ-ten alles umfaſſenden Weiber war, ſo je eine Thron-Geburt auf die Welt gebracht hat; dieser lag es amHerzen und ſie ſezte ihren Stolz darin, den Ort ihrerWirge zu adeln und in ihm das Andenken ihres Da-