( 96)Lege: Quinto Volusio Saturnino. Publio Corné-lio Scipione Consulibus Augustales qui Neroni Clau-dio Caesari Augusto et Agrippinae Augustae, Jovioptimo Maximo, et Genio Coloniae Ludos feceruntDecimo tertio Kalendas Martias.Agrippina, die Gemahlinn des Claudius,dessen Symbolum war: Generis Virtus Nobilitas est,den Agrippina völlig beherrſchte, war dem Vorhabenihres Eheherrn, sie zu tödten dadurch zuvorgekom-men, daß sie ihn durch vergiftete sogenannte Pfiffer-linge aus dem Wege geräumt hat. Allein nicht langehernach war ihr ein gleiches Schicksal vorbehalten.Sie war durch die Liebe gegen ihren Sohn Nero ſeverblendet, daß sie einem Sternseher, der ihr zuvorgeweiſſagt hatte: „Es würde ihr Sohn Nero zwarregieren, dabei aber auch seine Mutter umbringen,zur Antwort gegeben hat: „Es möchte dieses immer-hin geschehen, wenn er nur römischer Kaiser würdePerimat, dum imperet, oder wie andre Schriftstellersagen: Me vero occidat, dummodo regnet.Der Antritt der Regierung des Nero war unta-delhaft und die Fortdauer derselben würde eben soanvergleichlich gut geblieben seyn, wenn er seinenHofmeister Burrhum und seinen vortreflichen Leh-rer, den weisen Seneca, stets um sich behalten hätteund diesen gefolgt wäre; denn zu dieser Zeit ließ ernoch bei Unterschreibung eines Blut-Urtheils sogardie Worte von sich vernehmen: quam vellem nescireLiteras?Nach einem Verlauf von fünf Jahren wurde erdennoch zu einem der allergrausamsten Tirannen, in-
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