( 75)auf dem Alten= und Heumarkt (die sonst einen Marktausmachten) ihren Standort gehabt, und ihre Sachendort verkauften; weiter wie die Synoden dagegengeeifert und Statuta ergehen lassen, woran man sichaber nicht störte, davon wird in der Folge noch dieRede seyn. Hierüber kann man auch sehen v. JustiStaatswirthschaft 1. Th.War der alte, Ubier ein roher Naturmenschgleich den andern Teutschen, oder war er mehr ge-bildet als diese? Ein Naturmensch im eignen Sinneist der, welcher in der Anarchie, im natürlichen Zu-ſtande der Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeitohne Kultur lebt, wie die Wilden in America. Hieraber muß man es in einem engern Sinne nehmenund zwar in dem Gesichtspunkte, worin die Römervor der Bekanntschaft mit den Teutschen selbige be-trachtet haben. — De bello. gall. L. 4. Cap. 3 drücktsich Julius Cäsar über die Ubier also aus: „Ubiipaulo caeteris (Germanis) Humaniores“ wo Cäsar.to Humaniores dem blosen Naturmensch entgegensetzt, den er bei den übrigen Teutschen betrachtete.Die Ursache ihrer bessern Bildung, setzt er hinzu:„Propterea quod Rhenun attingant, multique adeos Mercatores ventitant, et ipsi propterPropinquitatem Gallicis moribus assuefacti.“4Was das Clima für eine Wirkung auf die Bildungdes Menschen habe, davon schreibt Montesquieuxim Anfange des XIV. Buches S. 16 (aber er scheintdie Sache zu weit zu treiben); was Handel und Nach-barschaft darauf wirke, zeigt Caesar de bello gall.
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