Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
66
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(66.)Diese Neigung der Ubiern zu den Römern istdurch eine andere Veranlassung sympathetisch gewor-den, weil wir den Römern die christliche Religionzu verdanken haben. Die Ubier haben dieſes auchdurch sonderbare Thatsachen an den Tag gelegt. Z.B.das Wasser hat, und wie breit der Fluß sey; denn gradan dieser Stelle ergießt, er sich in weite Räume undwird durch die Last der häufigen Plazregen, die dasUfer weit und breit hinwegfreßen, desto ungestümmer unkobender. An andern Stellen, wo er auch zwei-dreifach größer ist, läuft er stille ab und zu; woaber eingeengt wird, da ist er voller Wirbel, unbändigund duldet weder Häuser noch Brücken; hat er fnun diese enge Pässe durchgearbeitet, so breitet er sonach Art des Meeres aus, und läuft wieder zusammwie Ebbe und Fluth. Es muß also eine sehr schweund mühsame Arbeit gewesen seyn, an solch einer Steldieses Flusses eine Brücke zu bauen.Jedoch hat einige Zeit nachher der Kaiser Adribefohlen, die von den Schwibbogen dieser Brückedas Wasser noch hervorragende Theile wieder abreissen. Ob ihn nun Stolz oder welche Ursache hinverleitet habe? dieses muß man dahin gestellt selassen. Noch auf heutigen Tag ragen die Säulendem Wasser hervor, sey es um der Nachwelt die Ma-und den Reichthum des Kaisers zu beweisen, der dieBrücke erbauen ließe; sey es um anzuzeigen, daß nichtin der Welt ist, was nicht durch menschliche Hä-und durch den Reichthum des römischen Reichszuwege und fertig gebracht werden können.