Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
17
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(17)sehr schön und wahrhaft aus:Ad imperiorumopiniones multas fuisse Religiones. (Je mehrdie Meinungen der unerfahrnen Menschen ver-Religion? Sie ist die Morgenröthe des Gemüths, hinterder eine Welt voll Ahnungen dämmert und die Fitticheder Engel und die Harfentöne der Himmlischen rauschendarein:Heilig, heilig, heilig ist, der ineinem Lichte wohnet, wo Niemand zukommenkann, oder wie ein anderer Seher sich ausdrückt,Dante:der durch ſein Licht verhüllte un-sterbliche König der Ewigkeit.Aber die Morgenröthe deutet auf Morgensonne, undso kann und soll auch die Morgenröthe der Religion zurMorgensonne werden, die alle Nebel zerstreut und infreudigem Glanze ihres ewigen ungetrübten Lichtes da-herwandelt über die sinkenden Schatten der Erde.2) Mit dem Glauben an eine übersinnliche Welt isteine Welt der Wunder gegeben. Die Mythologie kannkeine Religion entbehren. Nur das Wort ſcheint Man-chem gehässig, die Sache ist es nicht. Wer keine Wun-der glaubt, wie kann er an sich glauben? Wie an dieWelt? Kaum an sein vereinzeltes dürftiges Selbst,kaum an die starre sinnliche Welt. Viel weniger ansein höheres Ich, und die unendliche höhere unvergäng-liche Welt, von der die wirkliche nur ein Schatten desSchattens ist.Man hüte sich die freundlichen Erscheinungen dessen,was man mythologische Sagen, Wundersagen nennt,dem kalten Verstande zur Deutung und Zerstörungausliefern zu wollen. Die Strebung dahin war schonfrühe, ſchon im Sokratiſchen Zeitalter; Heraklides Pon-tikus durch seine allegorischen Erklärungen ein Musterfür spätere Philosophen und Theologen.