31
Die übrigen Zutaten lassen sich leicht unterzwei Gruppen bringen: 1. solche rein possen-haften Charakters; sie bedeuten also eine Ver-stärkung des bereits in die ndd. Dichtung inGestalt der Prügelszene eingedrungenen burleskenElementes. 2. solche, — auch sie allerdingsschwankhaften Charakters — worin der TeufelGutes stiftet und zwar mit Wunsch und Willen.Es ist klar, dass eine derartige Zutat völlig ausder Ökonomie der alten Teufelslegende heraus-fällt und ihre Einarbeitung wohl keinem anderenVerlangen entsprang, als einem leicht zubefriedigenden Lesepublikum möglichst viel derbeKost aufzutischen. Der „redliche und gutmütigeTeufel" stimmt gar schlecht zu den Eingangs-worten des Prologs (oben S. 24 f.), aber seine Gestaltwar, wie wir gesehen haben, schon Jahrhundertevorher in Exempeln vorgebildet, ja vonCaesariusv. Heisterbach sogar gerechtfertigt worden, wozuLuther schwerlich seinen Beifall geschenkt hätte.
Die erste Gruppe besteht aus zwei demEulenspiegel entlehnten Historien: S (= Strass-burger Druck von 1515) 64 Wie Ulenspiegelsich zu Hildeshem einem kouffmann fürein koch 1 ) vnd stubenheisser verdingt,vnd sich gantz schalckhafftig macht, und89 Wie Ulenspiegel diemünch zu Marientalzu der metten zalt 2 ).
') Die Qleichheit des Amtes sowie eine gewisse Ähnlichkeit zu Anfang derErzählung mag hier die Herübernahme veranlasst haben, sowie imzweiten Fall der Umstand, dass der Schwank (89) im Kloster spielt.
s ) Euphorion 4, 763; Herford a. a. O. S. 304; F.Brie, Eulenspiegel in Eng-land (Palaestea XXVII) S. 94 f.