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Bruder Rausch : Facsimile-Ausgabe des aeltesten niederdeutschen Druckes (A) nebst den Holzschnitten des niederlaendischen Druckes (J) vom Jahre 1596
Entstehung
Seite
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Die zweite Oruppe bilden die in drei Ab-schnitte gegliederten Streiche, die der grau-samlich zerbläute, nun aber einem Bauer treuund redlich 1 ) dienende Ruyssche dessen buhle-rischem Weibe und ihrem peramour, dem Dorf-pfaffen, spielt, wodurch er die Hausehre seinesBrotherrn verteidigt und hoffentlich auch vorkünftiger Verletzung bewahrt.

Dies ist in Kürze ihr Inhalt: a) nach früh voll-endetem Tagewerk erklärt Ruyssche dem Bauernach Haus gehen zu wollen, um die Pferde zubestellen und ein Paar Schuhe seines Herrn zuschmieren, denn die, welche er anhabe, seien zuhart; aber R. wusste wohl, dass eben der Pfaffebei der Bäuerin sei. Als diese ihn kommenhört (durch lautes Singen macht er sich jedes-mal bemerkbar), versteckt sie den Pfaffen untereiner Kiste, unter der schon viele alte Schuheliegen. Hier findet ihn natürlich Ruyssche, lässtihn aber auf inständiges Bitten hin ledig.Als der Bauer vom Feld zurückkommt, holtRuyssche die im Ofen versteckten guten Ge-richte und den Wein herbei und bewirtet damitseinen Herrn.

b) Unter ganz ähnlichen Umständen findet R.den Pfaffen im Stall unterm Mist, setzt ihm mitder Mistgabel tüchtig zu, lässt ihn jedoch auchdiesmal auf das Versprechen hin, nicht wieder-zukommen, laufen.

') Vgl. das Exemplum bei Caesarius v. Heisterbach