Druckschrift 
Die heilige Regel für ein vollkommenes Leben : eine Cisterzienserarbeit des XIII. Jahrhunderts ; aus der Handschrift Additional 9048 des British Museum
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

24

und in allen den erbeiten und in allen den bürden di man geduldencliehe drei'in fime namen. Bernarduf: 'Swer erbeit fluget und nach zergenclicher ere"wirbet, der gelichet denie der finen ftul gegein Gote wolde fetzen und Gotegeliehen'. Mit ungemache und mit grozer erbeite müz der menfehe ze [1^5 himelriche kumen. Werez mügelich ein menfehe der doch verloren fol wirden,daz er manic hundert jar folde leben und allez daz fin herze begerde, da*folde ime genzliche wider varen; und were och daz mügelich daz er mWfineme lebene mochte ir werben daz er einen halben dach in himelriche mocht?bliben: umbe di grozen fchonheit di er da fehen folde, und umbe de grozen

10 wizheit di er da lernen folde, und umbe di gar grozen vrowede di er in derkurzen v'il'en haben folde, fo mocht er di manich hundert jar gerne lebenwider allen -finen willen. Der dan ir werben mac daz er ewecliche mit Gotemach bliben, wol ime der herumbe vafte erbeitet! Auguftinuf: 'Allei dlvroude, di geluft di ie gewart uf ertliche, und alle di fchonheit und alle di

15 vroude und alle di fuzekeit di ie wart eder imer werden fol, di fint alle alf°deine da wider daz wir unferen herren einen blic fulen an fehen, alfo eindrophe wafferez ift wider allen den wafferen di in deme mere fliezent'-'Dufent jar', fpricht der prophete, 'di fint kürzere Got ane zu fehene denunz dunke der dach der gefterne zegink'. wi unmenflich und wi manich

20 weldich di vrowede in himelriche ift, daz merket bi eime gelicniffe.

(7.) Ein heiliger man vragete einen dufel, der uzfer einen menfehenfprach, van der vroude di er hette und di er fach, do er vaz in himelriche.Der unreine vold ime nich entwerden. Do fprach der gute man: 'Ich manedich bi deme engeftligen richtere, Gote van himelriche, der alle di werld an

25 deme jungeften da^e urteilen fal mit deme vure, daz du mir fagez van dergrozeften vrouden di in himelriche ift. Sagez du mir daz ich dich vrage, fowil ich dich ledich lazen; ift dez nicht, fo müft du van mir ver vluchetwerden, daz din pine vil grozere wirt dan biz here ift gewefen'. Der übelgeift rif mit luter ftimnen: '0 wei def ge/75«7waldez und owei dez grozen

30 über mutez dez ich van dir müt liden! laz mich ledic, diz faz willichrumen'. De gute man begüde in me und me zu mane. Do fprach der dufel:'Merke du wifligere dan du mich vragez, fo mach ich ledic van dir fcheiden.

18. Ps. 89, 4. 21. Lateinische Quelle? In verkürzter Form im'Speigel der leifhaver deser

werelt. . . gemacht dorch de erluchte D. Dionysiü Carthuser. Colle Anno MDXXXIV, S. 17 f.

5. kumen] kunnen. fol] von C in fold' korr. wirden] C tilgt i durch einen Punkt undsetzt e darüber. 8. finet»e] finee. 15. fol] davor kan durch Punkte getilgt. 21. zu dem

Exempel am r. Bande ein Lesezeichen. 22. van] a von O in o geändert. 24. dich] von

C über der Zeile ergänzt. Gote] te (resp. tte) von O über der Zeile ergänzt, aber verwischt.

25. dage] da; mit Z. 24 go zusammengehalten, liegt der Gedanke -nahe, daß der Schreiber diesezwei leicht zu ergänzenden Wörter bewußt gekürzt hat; vgl. auch S. 69, Z. 2. 29. rif] 1 C. 30. müt]C tilgt t durch zwei Punkte und setzt z darüber.