11glieder die Mahnung: lasset uns zu ihm hinausgehen und seine Schmachtragen. Wir mögen wohl Sorge tragen, daß uns die Rüge des Apostelsnicht treffe: Ihr herrschet schon, ihr seid satt, seid reich und starkWollte Gott, setzt der Apostel hinzu, ihr herrschtet, dann herrschten wirauch mit euch. Aber sie müssen sagen, die Apostel: bis auf den heutigenTag leiden wir Schmach, Verfolgung, sind unstät, ein Fluch= undFegopfer aller Welt. Nun zu solchen Heldenthaten des Glaubens fin-den wir, wenigstens vor der Hand, noch keine Veranlassung: aber füralle Zeit und auch für uns gilt die Mahnung: lasset uns zu ihm hinausgehen und seine Schmach tragen. Auch heute wird das Wort noch seineAnwendung finden: die Welt hat das ihre lieb; — die Welt wird euchhassen, weil ihr nicht von der Welt seid. — Wie den Himmlischgesinn-ten, die da wissen, daß sie hier keine bleibende Statt haben, aber diezukünftige suchen, der Herr begegnet und ihnen entgegen kommt mitseiner Verheißung, daß er sie fertig machen werde zu allen guten Wer-ken — und sie vollenden bis an seinen Tag, das ist das Letzte, wasich eurer Betrachtung noch vorhalte.Also die Ermahnung wollet ihr zum Schluß hören, daß ihr eureHoffnung setzet auf den Gott des Friedens, der euch vollenden will bisan seinen Tag. — Wie wird es denn wohl ferner werden mit unsernGemeinden, das ist nicht etwa bloß eine Frage der Neugier. Es istdie Frage der theilnehmenden Liebe; es ist die Frage des gläubigen Her-zens, das gern wissen will, ob es nach dem Willen Gottes bittet, wennes um den Segen für künftige, ja für ferne Zeiten, um Segen fürdiese Gemeinde, für jene Gegend bittet. Wir wissen aus dem WorteGottes, wie der Herr wohl auch einmal zu seinen Propheten sagt:bittet nicht für diese Stadt; ich will euch nicht erhören. Was habenwir denn zu erwarten, wenn wir im Lichte des Wortes Gottes denHerrn um die Zukunft dieser Gemeinden fragen? — Wir haben genugvon solchen Erscheinungen auf dem Gebiete des kirchlichen, des häus-lichen, des bürgerlichen Lebens gehört, daß wir Ursache haben, bange zusein. Wer kann uns Bürgschaft geben, ob nicht, wenn abermals dreißigbis fünfzig Jahre verflossen sein werden, der Geist des offenbaren Un-glaubens, oder der Sectirerei große Gebiete hier erobert hat; ob derHerr nicht zu dem Engel der einen und andern Gemeinde hier sagenmuß: weil du sammt der Gemeinde die erste Liebe verlassen hast undnicht Buße thust, will ich deinen Leuchter umstoßen! Oder: Du hast
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Synodal-Predigt, gehalten in Elberfeld, über Hebr. 13,22
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