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Synodal-Predigt, gehalten in Elberfeld, über Hebr. 13,22
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10Evangelium von der Gnade verkündigen, Alle einladen, demselben unter-thänig zu werden, und uns selbst aber auch ihrem Regiment ganz undgar unterwerfen. Dazu wird dann auch gehören, daß wir der Mahnungfolgen: lasset uns zu ihm hinaus gehen und seine Schmach tragen.Dieß das Vierte in dem Worte meiner Ermahnung.IV.Gehet aus von ihnen, sondert euch ab, rühret kein Unreines anso lautet der Ruf des Herrn an uns. —Und dabei stehet die Ver-heißung: Ihr sollt meine Söhne und meine Töchter sein und ich willin euch wohnen. — Das ist der heilige Separatismus, den der Herrfordert. Diesem Gebote des Herrn gemäß sollen wir Abgesonderte sein,Nasiräer, — Leute, die von der Welt ausgegangen sind. Dem falschenseparatismus der vorhererwähnten Sectirer würde weniger Handhabezu ihren Klagen wider die Kirche und weniger scheinbare Berechtigungzu ihrer Kirchenstürmerei gegeben werden, wenn das oben erwähnte Wortdes Herrn auch von den Gläubigen noch mehr beachtet und befolgt würde.Im Gegensatz gegen den falschen Pietismus und einen Methodismus,der an allerlei christliche Formen, an gottesdienstliche Uebungen dieGnade binden will und leicht der Werkheiligkeit oder der Gesetzlichkeitzu nahe kommt, hat man in hiesigen Gemeinden sich oft Mühe gegeben,ja sich zerplagt, so formlos wie möglich in seinem ganzen Thun undWandel zu erscheinen und ist dann leicht dahin gerathen, den Geist derZucht zu betrüben. Dazu liegt für uns Prediger in diesen Gemeinden,die wir in so vielfache Berührung mit allen Gemeindegliedern kommen,in das Familienleben, zum Antheil an den Familien=Festen so gernherbeigezogen werden, — keine geringe Versuchung vor, das Wortmanchmal zu vergessen: Stellet euch nicht dieser Welt gleich. WirPrediger haben Sorge zu tragen, daß es unsern Gemeindegliedern nichtschwer gemacht wird, in dem angenehmen Gesellschafter den ernsten Buß-prediger wieder zu erkennen, der auf der Kanzel von Tod, Gericht,von Himmel und Hölle predigte. Der Herr schenkt uns allerdings dannund wann Festtage, wo er das Wasser in Wein verwandelt; — undauch für die Zeit des Neuen Testaments findet noch in gewisser Hinsichtjenes Wort des Herrn seine Anwendung, wo dem Volk Israel gesagtwurde, wenn es seine Opfer brächte, sollte es fröhlich sein und sichfreuen von Herzen und sein Levit mit ihm: aber es ist doch nunviel anders, nachdem der Herr draußen gelitten hat vor den Thoren desLagers. Es ergehet nun an uns Prediger, Aelteste und alle Gemeinde-