427zu vereinigen, und die wieder eingesetzten Herrscher zu ver-treiben, und er glaubte, je rascher er zum Handeln schritte,desto größern Erfolg würde er erringen. So ließ er sich, durchfremde Aufforderungen und durch die Verkennung der ganzenLage der Dinge verblendet, zu dem unüberlegtesten Schritte ver-leiten, den er thun konnte, zu einer Schilderhebung für einezerlorne Sache.§. 2.Das neapolitanische Heer bestand aus 70,000 Mannwohlgeübter Truppen. Murat's Plan war, durch denKirchenstaat und Toscana nach Ober=Italien zu ziehen, dieOesterreicher zu werfen, einen förmlichen Aufstand ganzItaliens zu Stande zu bringen und durch Piemont hin denFranzosen die Hand zu reichen. Er erklärte jedoch keines-wegs den Krieg an Oesterreich, sondern bat um die Erlaub-niß, mit 80,000 Mann durch Italien ziehen zu dürfen;indem er beabsichtige die Franzosen anzugreifen. Diese Listwar zu plump, um nicht durchschaut zu werden, und diegeforderte Erlaubniß ward abgeschlagen. Murat rücktenichts destoweniger in den Kirchenstaat ein, und so begannder Krieg ohne weitere Kriegs=Erklärung in den letztenTagen des März, nachdem Napoleon kaum in Paris ange-kommen war.Die Oesterreicher hatten nur eine schwache Truppenmachtin Italien und konnten anfangs der Ueberzahl der Neapoli-taner keinen kräftigen Widerstand entgegensetzen. Sie wichendeshalb langsam vor dem längs des adriatischen Meeres andrin-genden Feinde zurück bis an den Po. Murat breitete sichauch nach Toscana links hin aus und stand am 10. Aprilam Po, mit seinem linken Flügel unweit Florenz, mit sei-
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