420§. 2.Napoleon war nicht zur Unthätigkeit geboren. DerGebieter von halb Europa konnte sich nicht in die engenVerhältnisse des Beherrschers einer kleinen Insel finden, derenNamen man auf vielen Karten vergeblich sucht. Wenn inFrankreich der Adel wieder zu gewinnen suchte, was er durchdie Revolution verloren hatte, so suchte Napoleon wiederzu gewinnen, was er durch Waffen=Gewalt eingebüßt. DieserGedanke beschäftigte ihn unaufhörlich, und es blieb nicht beidem Gedanken. Noch hatte er viele Anhänger und blieb mitihnen in steter Verbindung. Aufmerksam verfolgte er denGang der Ereignisse in Frankreich und ihm blieb nichts unbe-kannt. Ebenso aufmerksam verfolgte er den Gang der Ver-handlungen auf dem Wiener Congresse, und die dort sich immergrößer ergebenden Spaltungen und Uneinigkeiten schienen eingewagtes Unternehmen zu begünstigen. Scheinbar ganz mitden Verhältnissen und der Regierung seiner Insel beschäftigtmachte er im Geheimen doch Vorbereitungen zu einem gewal-tigen Wagstücke. Vielleicht hätte er es später unternommenvielleicht hätte es später ganz unterbleiben müssen — allein eswar auf dem Congreß zu Wien die Rede davon, ihn von Elbanach St. Helena oder nach den azorischen Inseln zu versetzen,also mitten in das atlantische Meer, weit weg von Europa.Die Besorgniß, daß dies geschehen könnte, die überall günstigenAussichten auf der andern Seite trieben ihn zum Handeln,Etwa 1200 Mann seiner französischen Garden hatten ihn nachElba begleitet. Mit diesen schiffte er sich am 26. Februar1815 ein und segelte nach Frankreich. Trotz ungünstigerWitterung gelang die Ueberfahrt unbemerkt von den englischenund französischen Kreuzern und am 1. März betrat Napo-leon mit 1200 Mann den französischen Boden, um sich die
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