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1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
419
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419suchten. Die Männer, die, treu dem Vaterlande, mit uner-schütterlicher Anhänglichkeit an Frankreich seit zwanzig Jahrenihr Blut für dasselbe vergossen hatten, wurden hintangesetztund verachtet, die Partei, welche treu der Person desKönigs, und mit unerschütterlicher Vorliebe für ihre unver-nünftigen Vorrechte seit zwanzig Jahren im Auslande gelebthatten, und die Niederlage Frankreichs benutzten, zurückzukehren,bekamen die Regierung in die Hände. Es würde uns zu weitführen, in's Einzelne hier einzugehen, genug, daß bald dieStimmung für die Bourbons in die entgegengesetzte überging.Der Heerd der Unzufriedenheit war im Heere. Die Soldatenwaren unter dem Kaiser, der erste Stand des Volks gewesen,sie sahen sich jetzt beschränkt, überwacht, mit Mißtrauen behan-delt, sie sahen an ihrer Spitze unkriegerische Prinzen, da siegewohnt waren, in ihrem Führer bisher den ersten Heldender Zeit zu vergöttern. Die Masse der aus der Gefangenschaftzurückkehrenden Soldaten vermehrten die Unzufriedenen. EineMenge entlassener, auf kümmerliche Pension gesetzter Officieremußte sich von Hofjunkern über die Achsel ansehen lassen,denen der Kammerherrenschlüssel und der Ludwigs=Orden ange-boren war, während sie ihre Epaulettes und ihr Ehrenkreu,im Pulverdampfe erworben hatten. Die Franzosen waren stolzauf die Zeiten der Revolution und der Kaiserherrschaft, Lud-wig XVIII. erklärte die ganze Zeit in Acht, denn er zählteseine Regierungs=Jahre vom Tode Ludwigs XVI. an, alswäre jene Zeit nicht gewesen. So erhielt das Volksgefühl eineWunde nach der andern, die Unzufriedenheit des Heeres theiltesich dem Volke mit, und wie die Hartnäckigkeit der Aristokratieden blutigen Gang der ersten Revolution herbeigeführt hatte,so führte jetzt die hartnäckige Thorheit der Aristokratie einezweite herbei.27*