409genug darüber, wir wollten nur die Ergebnisse des Congressesmittheilen, und beschränken uns dabei auch nur hauptsächlichauf das, was Deutschland betrifft. Diese Ergebnisse zerfallenin zwei Abschnitte: 1. das Verhältniß der deutschen Fürstenund Staaten gegeneinander, 2. die Grenz= und Gebietsbestim-mungen der einzelnen Staaten.§. 2Durch das Auflösen des deutschen Reiches war das Ver-hältniß der deutschen Fürsten ein anderes geworden. Frühervom Kaiser und Reich abhängig, wurden sie durch dieVerzichtleiſtung des deutſchen Kaiſers auf ſeine Krone unbe-dingt selbstherrschend, nach dem Sprach=Gebrauche, souverain.Diese Souverainetät hatte Napoleon anerkannt, sie war inder Rheinbunds=Acte ausgesprochen. Von einer Wiederher-stellung des deutschen Reiches war nun wol die Rede, aber daswar eine Unmöglichkeit. Keiner der deutschen Fürsten mochteseine Souverainetät aufgeben und in ein Abhängigkeits=Ver-hältniß zurückkehren. Sollten die einzelnen Staaten soselbstständig, ohne ein gemeinsames Band nebeneinander bestehen,neidisch und feindlich gegeneinander, wie früher? Es schiendies die Absicht mancher zu sein, und es liegt eine Erklärungvor, in welcher es heißt, daß Baiern nur zu einem Bundebeitrete, weil es gewünscht werde, nicht aus eignem Bedürfniß.Allein es gab ein Band für die deutschen Völker, das sich nichtwegleugnen ließ: die Sprache. Deutsch wurde gesprochen vonder Ostsee bis zum Rheine und drüber hin, von der Eider bisan das adriatische Meer und die italienischen Alpen. Undmochten die Völker sich theilen in Würtembergern und Baiernin Hessen und Preußen — deutsch waren sie alle — dieErinnerungen einer tausendjährigen Geschichte, ließen sich nicht
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