403mäße Reformen gefordert. In diese Verwirrung mußte Ord-nung gebracht werden; das war die Aufgabe der Diplomatie.Um die Verhandlungen so schnell als möglich zu fördernward nun ein allgemeiner Congreß der Fürsten und ihrerGesandten zu Wien gehalten. Die Geschichte dieses Congresseszu schreiben, liegt außer den Grenzen dieser Hefte. Er hatdie hochgesteigerten Hoffnungen der frei aufathmenden Völkerdie für ihre Freiheit Gut und Blut geopfert hatten, nichterfüllt. Es sind darüber vielfach Klagen laut geworden, undnicht leugnen läßt sich, daß die Einigkeit der Verbündeten, diesie im Feldlager bewahrten, mit der Gefahr verschwundenwar. Doch muß man bedenken, daß es, wo nicht unmöglich,doch sehr schwer war, in diese Verwirrung der Verhältnissenur einiges Licht zu bringen, daß es gewiß unmöglich war,allen Anforderungen zu genügen, alle Hoffnungen zu erfüllen.Man muß bedenken, daß die Gemüther nach so vielfachen,großen Ereignissen aufgeregt waren und die Lage der Dingenicht so ruhig überblicken konnten, als man es jetzt kann,man muß bedenken, daß durch die französische Revolution alleGrundsätze des Staatsrechts umgeworfen worden, daß derKampf des Alten mit dem Neuen noch lange nicht beendigtwar, und sich beides noch schroff entgegen stand. Von vielenSeiten, namentlich von Seiten Preußens, Hannovers undOesterreichs zeigte sich entschieden der beste Wille — und inihnen fanden auch die Interessen der Völker — nicht nur dieder Fürstenhäuser — beredte Sprecher — allein sie stießen,namentlich bei Baiern und Würtemberg, auf so entschiedenenWiderspruch, das nicht durchzudringen war. Zudem hatteman den Fehler begangen, französische Abgesandte bei demCongreß zuzulassen, welche ihre alte perfide Staatskunst inAnwendung brachten und Uneinigkeit förderten. Doch es sei
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