555hang untereinander. Napoleon hoffte aber, durch seine persön-liche Gegenwart, die Erhebung des Volkes allgemeiner zu machenund durch seine eigene Leitung Zusammenhang in die Sache zubringen.Der Plan war so ganz sinnlos nicht, als er gewöhnlichverschrien wird. Das Ende des regelmäßigen Krieges war leichtvorauszusehen. Frankreich war erschöpft und kriegsunlustig,6 bot Napoleon wenig oder keine Hülfsquellen mehrDie Verbündeten aber zogen fort und fort Verstärkungenan sich, und mußten ihn am Ende mit der Uebermachtndrücken. Und wenn bisher die schlechte Jahreszeit wesentlichdazu beigetragen hatte, ihre Unternehmungen zu hemmen,so mußte der nahe Frühling und Sommer ihnen den Kriegsehr erleichtern. Wenn Napoleon also, da er durch regel-mäßigen Krieg nichts gewinnen konnte, zu diesem Mittel griff,so setzte er alles an alles. Das war immer seine Art gewesen,tausend Mal war es ihm geglückt, hier mißglückte es, weildie Verbündeten zum ersten Male in diesem Feldzuge zusam-men, entschieden und kühn handelten. Dadurch freilich waralles verloren, denn sobald die Verbündeten nicht thatenwas Napoleon vermuthet hatte, war er im entschiedenstenNachtheil.Napoleon also, um diesen Plan auszuführen, wandtesich von Arcis an der Aube nach Vitry. Die MarschälleNacdonald und Oudinot waren während der beidenSchlachttage nach und nach bis Arcis herbeigekommen undvertheidigten noch den Uebergang über die Aube, sich dannlangsam nachziehend. Napoleon ging oberhalb Vitry überdie Marne und machte dann einen Versuch, diese von denVerbündeten besetzte Festung zu nehmen. Allein der preußischeCommandant ließ sich nicht einschüchtern, ein Angriffsversuch
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