272nach Bremen beabsichtigt, um diesen Verbindungspunct zunehmen, und vielleicht einen Volksaufstand zu erregen. Umdie Mitte des Octobers ward dieser ausgeführt. Mit 800Kosacken, eben so viel leichten Fußjägern und 4 Stück Geschützbrach Tettenborn nach der Weser auf. Am 13. erschiener vor Bremen, und nachdem die französischen Vortruppenzurückgeworfen waren, ließ er die Stadt mit Granaten ängsti-gen, um die Bürger zur Theilnahme aufzuregen. Der Comman-dant der Stadt ward bei diesem Feuer von und nach denWällen erschossen und am folgenden Tage capitulirten dieFranzosen und erhielten freien Abzug. Sechszehn Geschütze, 200Pferde, und 300,000 Franken baares Geld fielen in Tet-tenborn's Hände. Anfangs wagte dieser kühne Reiteran-führer nicht, in Bremen selbst zu bleiben, da er es mit seinergeringen Macht gegen einen ernsten Angriff nicht halten konnteund zog sich bis Verden zurück. Von hier aus aber durch-streiften seine Kosacken das ganze Land und hoben alle Ver-bindung zwischen Hamburg und Holland beinahe auf. Nachder Schlacht bei Leipzig aber verlegte er sein Hauptquartiernach Bremen und ließ dort die alte reichsstädtische Verfassungwieder eintreten. Durch diese Vorfälle war nun die Stellungder Franzosen an der Unterelbe fast gänzlich von aller Ver-bindung mit dem französischen Reiche abgeschnitten.§. 2.Nach der Schlacht bei Leipzig folgten nur das schlesischeund ein Theil des böhmischen Heeres dem flüchtigen Feinde an inden Rhein, wie wir gesehen haben. Die Nordarmee mitwelcher sich die Armee Benningsens vereinigte, erhielt dieBestimmung: den Norden Deutschlands vom Feinde zu säubernund nach Holland einzudringen. Den letzten Auftrag übernahm
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