246militairischen. Für den Ruhm eines Feldherrn ist ein ersucht-ner Sieg allerdings von Werth — nicht immer aber für denErfolg der Sache. Man denke an die, der Sache nach unfrucht-baren Siege Napoleons bei Lützen und Bautzen.Uebrigens sind die Erfolge des 18. Octobers sehr bedeu-tend. Napoleon war nicht geschlagen, aber er war besiegtDer Rückzug, den er antrat, war ein nothgedrungner. Mögendie Schriftsteller immer behaupten, nur Mangel an Muni-tion *) habe ihn zu dem Rückzuge gezwungen, was auch wahrsein mag — so hätte er höchstens ohne diesen Mangel amfolgenden Tage die Schlacht erneuern können, um mit nochgrößerm Verluste den Rückzug anzutreten. Napoleon warbesiegt durch die Beharrlichkeit und Klugheit der Verbündetendie seinen, den Blitzschlägen ähnlichen Manövern auszuweichenwußten, um ihn langsamer aber sicher zu treffen — die Fran-zosen wurden besiegt, weil ihrer militairischen Tapferkeit derMuth und die Kampfbegeisterung eines kernhaften Volkesgegenüber stand, das wußte, warum es schlug und das ent-schlossen war zu siegen.§. 6.Napoleon entschloß sich nothgedrungen zum RückzugeWährend der Nacht vom 18. auf den 19. wurde derselbe inaller Stille angetreten. Ein großer Theil des französischenHeeres hatte am Morgen des 19. das Schlachtfeld verlassenund bereits Leipzig im Rücken.Die Franzosen hatten in den 5 Tagen vom 14. bis 19.220,000 Kanonenschüsse gethan. Wenn man eine gleicheAnzahl für die Verbündeten annimmt, so darf man wolglauben, daß selbst die ältesten Krieger sich nie eines sofurchtbaren Schlachtendonners erinnern konnten, als der beiLeipzig war.
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