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245für sich, allein wenigstens 120,000 Mann ihrer Reservenkamen gar nicht in das Feuer, wodurch diese Ueberlegenheitwenn auch nicht in der Stellung, doch im Kampfe selbst zumTheil aufgehoben wird. Auf der andern Seite hatten dieFranzosen den Vortheil einer einigen Leitung, während beiden Verbündeten eine entschiedene Uebereinstimmung der Maß-regeln nicht möglich war. Wenn man daher die glänzendeTapferkeit der Franzosen auch anerkennen muß, so ist es docheine Lächerlichkeit, die Erfolge der Verbündeten nur ihrer Ueber-zahl und dem Uebergange der Sachsen zuzuschreiben, wie diefranzösischen — und auch deutsche Schriftsteller — gethan habenIn dem Anerkenntniß der Tapferkeit der Franzosen liegtzugleich dasselbe für die Verbündeten. Denn nur gegen Tapfrekann man sich tapfer schlagenWenn die französischen Linien nicht durchbrochen wurdenso ist damit noch nicht gesagt, daß die Verbündeten es nichtgekonnt, wenn sie es gewollt hätten. Denn mit der Verwen-dung der preußischen und russischen Garden bei Probsthaidamöchte doch wol ein entschiedner Verlust der Schlacht zuerzwingen gewesen sein. Allein die Monarchen selbst, wieschon erwähnt, gaben den Sturm auf Probsthaida auf, weiler zu menschenraubend war — und weil sie wußten, daßNapoleon auch ohne dies nur der Rückzug übrigblieb. Wenn hier die Monarchen nicht blos als Feldherrensondern auch als Fürsten handelten, wenn sie, des sichernErfolgs gewiß, auf einen glänzenden verzichteten, umMenschenleben zu schonen, so soll man deshalb keine schiefenUrtheile fällen. Ueberhaupt muß man an die Beurtheilungder Feldherren nicht immer einen kriegswissenschaftlichen Maß-stab legen — denn oft, namentlich wenn der Feldherr selbstFürst ist, handelt er noch nach andern Beweggründen, als rein