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215Napoleon, der erfahren hatte, daß Blücher in derGegend von Düben stehe und mit dem Nordheere vereinigtsei, richtet dorthin den Marsch seiner Truppen von der Elbe,und gibt zugleich den vor Blücher und dem Kronprinzennach Leipzig zurückgewichenen Corps *) Befehl, nach Düben vor-zurücken. So hatte er eine Macht von 120,000 Mann ver-einigt, mit welcher er wol hoffen durfte, die Nordarmee unddas schlesische Heer zu schlagen, — allein diese wichen vorsichtigder Schlacht aus.Die Feldherren dieser beiden Heere, von dem Anrückender böhmischen Armee wohl unterrichtet, wollten weder eineSchlacht gegen Napoleons vereinigte Macht annehmen, wosie nicht stärker als der Feind gewesen wären, noch wolltensie durch einen Rückzug sich von dem böhmischen Heere entfer-nen und so Napoleon Gelegenheit geben, sich auf diesesallein zu werfen — sie faßten daher den kühnen Ent-schluß, die Elbe und ihre Rückzugslinie aufzugeben und sichseitwärts hinter die Saale zu ziehen. Dies geschah vom 9.bis zum 11. October. Am letzten Tage ging die schlesischeArmee bei Halle, die Nordarmee bei Wettin über die Saale —Blücher ging bis Merseburg und ließ diesen Ort stark besetzen.Zu derselben Zeit hatte Napoleon seine Macht in und umDüben concentrirt, also in der Stellung, welche Blücher soeben verlassen hatte **). Napoleon, ungewiß, wohin die*) Ney und Bertrand.**)Man bemerke, daß hier das schlesische Heer dem Nordheerevorbei marschirt ist, da nach der Stellung der Armeen,eigentlich das Nordheer nach Halle kommen mußte. Dieswar die Folge der steten Meinungsverschiedenheit der beidenFeldherren. Der kühne Marschall Vorwärts, stimmte nichtmit dem politisch bedächtigen Kronprinzen überein, doch gab