195§. 6.Napoleons Lage war bereits sehr ungünstig geworden.Die Armee, die er der Nordarmee gegenüber gestellt hatte,war wiederholt geschlagen und über die Elbe zurückgeworfen, dasHeer, das er der schlesischen Armee entgegengestellt, war eben-falls geschlagen und nach Sachsen zurückgeworfen wordenBlücher stand nur wenige Märsche von ihm entfernt unddessen Vereinigung mit der Nordarmee konnte er keinen ent-schiedenen Widerstand mehr entgegensetzen. War diese Vereini-gung geschehen, so lief er Gefahr, von Frankreich abgedrängtzu werden. Das böhmische Heer aber hielt ihn, selbst wennes unthätig stand, bei Dresden fest und lähmte alle seineUnternehmungen gegen die andern Heere der Verbündeten.Denn so oft er sich mit seiner Hauptarmee anders wohinwandte, brach es aus Böhmen hervor und er mußte eiligzurück, um Dresden zu decken. So stürzte ihn seine poli-tische Stellung, die ihn bewog, den Kriegsschauplatz nachSachsen zu verlegen, in die unangenehmste Lage in strategischerHinsicht.Dabei wurde in Dresden schon Mangel an Getreidefühlbar, und Napoleon mußte, um einen Transport dessel-ben, der von Magdeburg zu Schiffe kommen sollte, decken zulassen, die ganze Armee Ney's auf dem linken Ufer und dieReiterei Murat's auf dem rechten Ufer der Elbe schützendeBewegungen machen lassen. Es war ihm fast kein Mittel mehrübrig, dieser drückenden Lage zu entgehn, als die Elbe aufzu-geben und sich nach dem Rheine zu wenden. Allein dies konnteund wollte er nicht, und so zehrte er seine eigne Kraft infruchtlosen Märschen auf, entmuthigte seine Truppen underreichte doch nichts, da die Verbündeten zu vorsichtig und
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