162Sie erreichte diese Stadt am Abend des 22., nachdem sie unter-wegs ein Vorpostengefecht gehabt hatte.Die dritte Colonne, Oesterreicher, ging von Commotaunach Marienberg, wo sie am Abend anlangte.Die vierte Colonne, Oesterreicher, der linke Flügel desganzen Heeres, ging von Kaden nach Marienberg. Die letzterentrafen auf ihrem Marsche wider Erwarten auf keinen Feindobwol man vermuthet hatte, die Franzosen würden bei Chemnitzeine Armee stehen haben.Napoleon war, wie früher erzählt, mit seinen Gardennach Schlesien gegangen, um Blücher anzugreifen. Deshalbstanden in Dresden jetzt kaum 20,000 Mann zur Vertheidi-gung der weitläuftigen Stadt. Dies erfuhren die Verbündetenjetzt erst, und in Folge dessen beschlossen sie, auf Dresden zugehen und dasselbe wo möglich zu nehmen. Demnach richtetenalle Colonnen ihren Marsch nach dieser Stadt. Die erste undzweite Colonne setzten ihren angefangnen Weg fort, die dritteund vierte wandte sich rechts ab und marschirte durch Seiten-wege nach der Elbe zu. Hätten die Verbündeten früher Nach-richt von Napoleons Fernsein gehabt, so konnten sie schonam 23. vor Dresden stehen, und die wichtige Stadt war dannihre sichere Beute. So aber kamen sie erst am 25. mit gan-zer Macht nach Dresden, hatten also zwei Tage, zwei sehrwichtige Tage, durch unnütze Umwege verloren. Allein noch wares nicht zu spät, noch war Napoleon fern — und der Angriffauf die Stadt wurde auf den 25. Nachmittags 4 Uhr bestimmtDoch der Befehl ward zurückgenommen. Noch waren nichtalle Truppenabtheilungen vor Dresden eingetroffen, da auf denschlechten Gebirgswegen der Marsch nicht gut vorwärts gingund trotzdem, daß das verbündete Heer ungeheuer dem Feindeüberlegen war, wurde beschlossen, die Ankunft dieser Truppen
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten