165noch abzuwarten und den Angriff bis zum folgenden Tageaufzuschieben. Am folgenden Tage aber war es zu spät.§. 3Napoleon war in der Hoffnung nach Schlesien geeiltden vordringenden Blücher zu einer Schlacht zu bewegenund zu schlagen. Blücher hatte diese Hoffnung vereitelt,indem er bei Napoleons Ankunft zurückging. Diesem bliebalso nichts übrig, als wieder nach Sachsen sich zu wenden,damit er den etwaigen Unternehmungen der böhmischen Armeedie Spitze bieten könnte. Wäre diese nicht so entsetzlich lang-sam und zögernd verfahren, so wäre es schon zu spät gewesen,denn die Verbündeten konnten in Dresden sein, ehe Napo-leon von ihrem Aufbruche Nachricht hatte. So hatten sieaber drei kostbare Tage verloren, und diese reichten hin,Napoleon nach Dresden zurückzubringen. Am 23. war erschon von Löwenberg nach Görlitz zurückgegangen. Hier erhielter am folgenden Tage die Nachricht von dem Vordringen derVerbündeten. Augenblicklich mußten seine Truppen in Gewalt-märschen nach der Elbe aufbrechen. Anfangs war sein Plan,bei dem Lilienstein, der Festung Königstein gegenüber, ein Lagerzu beziehen, und so seinen Feind in den Rücken zu nehmender dann von zwei Seiten angegriffen in mißliche Lage kommenkonnte. Deshalb zog er sich auf Stolpen. Allein hier erhielter die Nachricht *), daß die Besatzung von Dresden zu schwachsei, um die schlecht befestigte Stadt lange halten zu können,und dies bewog ihn, seinen ersten Plan aufzugeben und zurVertheidigung dieser Stadt selbst zu eilen. Er sandte deshalb*) Am 25., wo die Verbündeten schon vor Dresden standenund unbegreiflicherweise nicht angriffen.11*
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