155nur das eine der französischen drei Corps geschlagen wordenwar, so mußte doch die ganze Armee sich zurückziehen. DieserRückzug brachte ihnen in so fern wenig Schaden, als derKronprinz von Schweden den Sieg der Preußen so wenigbenutzte, daß er durchaus keine ernstliche Verfolgung des Fein-des anordnete, und ihn fast ungehindert bis nach Wittenberggelangen ließ. Das Benehmen des Kronprinzen ist sowol hier,als später vielfach und bitter getadelt worden. Nicht läugnenläßt sich, daß er sowol bei dieser Schlacht, als auch bei späternGelegenheiten auffallend lau sich bewies und wenig Eifer undErnst zum Angriff des Feindes zeigte, so daß aller Ruhm derThaten des Nordheeres nur den preußischen Generalen zuzu-schreiben ist. Gründe für des Kronprinzen Benehmen liegenmehrere vor; — zunächst waren die Franzosen seine Landsleuteund es mochte ihm allerdings unangenehm sein, gegen dieselbenzu kämpfen, obwol er durch Napoleons Politik dazugezwungen wurde. Ferner hatte er bei seinen Anordnungen alsFeldherr zugleich immer politische Rücksichten zu nehmen. Dahingehört die Nothwendigkeit für ihn, seine Armee zu schonen,denn Schweden ist ein menschenarmes Land und vermochtenicht leicht Verstärkungen zu schicken. Dahin gehört auch dieSorge, ſich nicht von der Verbindung mit ſeinem Landeabschneiden zu lassen, was von den übelsten Folgen hätte seinkönnen. Dadurch erklärt sich sein Bestreben, die Franzosennicht in seinen Rücken kommen zu lassen, was ihn öfter zu rück-gängigen Märschen bewog. Endlich war bei den Verbündetenüberhaupt die höchste Vorsicht als Grundsatz angenommenworden, und die Bestimmung war feststehend, sich nie miteinem überlegnen Feinde in ein Gefecht einzulassen. Es warNapoleons große Kunst, immer auf dem entscheidendenPuncte die Ueberlegenheit an Massen zu haben und das hatten
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