154sie ihm endlich abgelernt. Diese Vorsicht stimmte freilich wenigzu dem feurigen Muthe der preußischen Krieger und möchtediesen oft in anderm Lichte erscheinen. Das ungefähr ist eswas das Benehmen des Kronprinzen erklärt. Ob es dadurchgerechtfertigt wird, soll hier unerörtert bleiben — die Kriegs-geschichte wird wol später ein richtiges Urtheil darüber fällen.Der Rückzug der Franzoſen wurde alſo von dem Nord-heere so wenig gestört, daß diese erst am 3. September in dasverschanzte Lager vor Wittenberg ungehindert einrückten. DieNordarmee hatte in den zehn Tagen, dem Feinde nachrückend,nicht mehr als eilf Meilen gemacht, da es als gewiß anzu-nehmen war, daß sie bei etwas raschem Vordringen und noch-maligem Angriff die französische Armee hätte ganz vernichten können.Wenn nun das eigentliche Hauptheer sich ziemlich unthätigbewies, so entwickelten dagegen die leichten Truppen der Russenund Preußen desto mehr Thätigkeit in der Verfolgung desFeindes. Doch muß man bedenken, daß dabei immer nurGefechte zwischen einzelnen Corps vorfielen und, daß dadurchdem Feinde zwar mancherlei Schaden und Abbruch geschahdaß aber nichts wesentliches dazu beigetragen wurde, der ganzenArmee einen empfindlichen Schlag beizubringen. Die Kosackenerbeuteten bei Sonnenwalde einige Kassenwagen mit fünfzigtausend Ducaten. Jüterbogk wurde von den Franzosen mehr-mals genommen, und wieder an die Russen verloren, wobeierstere viele Gefangene und Todte einbüßten, letztere endlich imBesitze der Stadt blieben *). Auch bei Baruth fielen am 26.Gefechte zwischen den Vortruppen vor, wobei die Franzosenzurückgeworfen wurden. Die Stadt Luckau, in deren Besitzdie Franzosen waren, war von ihnen befestigt worden. Am*) Am 26. und 27.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten