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1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
121
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121Oesterreich versprach, dieselbe Zusage von Rußland und Preußenzu erwirken.Am 5. Juli wurde der Congreß zu Prag eröffnet. Dierussische und preußische Gesandtschaft war mit bestimmtenInstructionen versehen die französische nicht. Napoleonwollte die Sache verzögern, entweder, um sich durch Eilfertig-keit nicht den Schein zu geben, als wolle er den Frieden umjeden Preis, oder weil er hoffte, während dieser Zeit mit eineroder der andern Macht doch noch geheime Unterhandlungenanknüpfen zu können. Die letztern Versuche scheiterten abermalsan der Einigkeit der Verbündeten. Unter leeren Streitigkeitenüber Formalitäten verstrich die beste Zeit, die absichtliche Ver-zögerung Napoleons lag am Tage. Erst gegen das Endetrat man mit bestimmten Forderungen hervor. Napoleonbewilligte zum Theil, Oesterreich forderte unbedingte Bewilli-gung Napoleon gab auch hierin nach aber zu spät.Der 10. August war vorüber, die Abgeordneten Rußlandsund Preußens erklärten ihre Vollmachten für erloschenund am 12. August erklärte Oesterreich den Krieg anFrankreich.§. 2.Ueber diesen verunglückten Friedenscongreß haben diefranzösischen Schriftsteller vielfach Klage geführt, haben dieVerbündeten beschuldigt: sie hätten nicht aufrichtig den Friedengewollt und es sei ihre Schuld, daß die Unterhandlungenzu nichts geführt hätten. Allerdings haben die Verbündetenweit mehr Eile bewiesen, die Unterhandlungen abzubrechen,als sie anzuknüpfen, allein sie verdienen deshalb weder Vor-würfe, noch haben wir uns deshalb zu beklagen. Denn selbstwenn ein Friede zu Stande gekommen wäre, so hätte man