120dieselben nicht so leiten, wie er es wollte. Sein Wunsch weres, mit jeder Macht einzeln zu unterhandeln. Wären dieMächte darauf eingegangen, so war es natürlich, daß zwischenihnen Mißtrauen und Entfremdung eingetreten wäre, und leich-hätte Napoleon seinen Zweck erreicht, der zwar kein andererwar, als der Friede, aber ein Friede, in welchem er keineZugeständnisse von Wichtigkeit zu machen brauchte, und derjeder Wahrscheinlichkeit auf eine längere Dauer entbehrt hätte.Indessen waren die Verbündeten zu einig, als daß sie sich darauf eingelassen hätten. Die erste Unannehmlichkeit, die Napo-leon erfuhr, war das Auftreten Oesterreichs als Friedens-vermittler. Napoleon wollte von dieser Vermittlung nichtswissen und berief sich darauf, daß diese Oesterreich gar nichtzukäme, da es noch mit ihm verbündet sei. Da indessen dieseMacht erklärte, die veränderten Umstände hätten auch die Naturjenes Bündnisses verändert, und Oesterreich müsse jetzt, sowolbei Krieg als bei Frieden, als selbstständige Macht, nicht alsblos verbündete auftreten, da ferner Rußland und Preußenerklärten, sie nähmen Oesterreichs Vermittlung an, so mußteDenn er hatte durch Abschluß desNapoleon nachgeben.Waffenstillstandes seinen augenblicklichen Vortheil im Kriegeaufgegeben, und mußte nun um jeden Preis wenigstens ver-suchen zu unterhandeln.Napoleon war von der Armee in Schlesien nach Dres-den zurückgekehrt, dorthin kam der österreichische GesandteFürst Metternich. Am 30. Juni wurde daselbst die ersteUebereinkunft abgeschlossen, nach welcher Napoleon die Ver-mittlung Oesterreichs annahm, und ein Congreß der Parteienzu Prag verabredet wurde. Zugleich machte sich Napoleonverbindlich, den Waffenstillstand nicht vor dem 10. Augustaufzukündigen, damit Zeit zu Unterhandlungen gewonnen würde.
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