82Feldherrntalent ihres Führers. So war Napoleon, alser selbst den Kriegsschauplatz betrat, ein eben so furchtbarerFeind, als er früher gewesen war, und wenn er auf Sieg-rechnete und hoffte, so kann man dies ihm nicht für Uebermuthanrechnen.Allein ein Umstand war es, den er nicht berechnete, dener nicht gewachsen war und dem er endlich unterlag — eswar der Geist der deutschen Heere. Nicht auf das Commando-wort ihrer Generale marschirten die deutschen Truppen in'sFeld — sie zogen freiwillig aus, getrieben von der Liebe fürdas Vaterland. Nicht gegen die Kanonen und Bajonette derDeutschen hatte Napoleon zu kämpfen, sondern gegen denauf das Furchtbarste gestiegenen Haß des Volkes, gegen dessenErbitterung, die er selbst erzeugt hatte. Er hatte das deutsch-Volk mit Füßen getreten, hatte mit dem empörendsten Ueber-muth alles Recht verhöhnt, er hatte die Deutschen verachtet —und das erträgt kein edles Volk. Die Deutschen aber sindein edles Volk — sie haben es bewiesen von dem erstenAugenblicke an, wo ihr Name in der Geschichte genannt wird,bis zu den Ereignissen unserer Tage. Es gibt kein Volk derErde, dem das deutsche sich unterordnen darf, und hat esauch oft viel gelitten, war es oft gedemüthigt, es erhob sichimmer aus eigner Kraft wieder. Es ist der Kern Europasder Kern der gebildeten Welt, trotz der Prahlerei der Franzosenund trotz des steifen Hochmuths der Engländer. Von demdeutschen Volke ist die Bildung der Welt ausgegangensein Geist hat zuerst die Fesseln des Geistes gebrochen, wiean seiner standhaften Kraft sich die Uebermacht der Römerder Saracenen, der Türken, der Franzosen brach.Napoleon hatte dieses Volk verachtet und jetzt hattees sich erhoben, diese Verachtung zu rächen. Darum konnt
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