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1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
63
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65vor. Von allen Seiten eilten die waffenfähigen Männer zuden Fahnen, der Handwerker verließ seine Werkstatt, der Bauerseinen Pflug, der Gelehrte seinen Hörsaal, und Alles griffnach Schwert und Büchse. Wer zu schwach war, die Wafferzu führen, brachte einen Theil seines Vermögens zum Opfer, dieAusrüstungskosten Anderer zu bestreiten, und tausend schöner Züge,wo der Arme sein Letztes und Liebstes für den edlen Zweckhingab, weiß man zu erzählen. Die Frauen bildeten Vereine,die verwundeten Krieger zu pflegen, sorgten für Verbindezeugund Charpie ja mehr denn eine verleugnete ihr Geschlechtzog die Uniform an, nahm Büchse und Schwert, und tratin die Reihen der Krieger. Die Städte errichteten Regimenter,rüsteten sie aus, und sandten sie zum Heere. Von allenSeiten wurden Pferde, Waffen, Kriegsbedürfnisse, Tuch, Lebens-mittel geliefert und niemand erwartete oder verlangtedafür Vergütung. Ganz Preußen war ein Rüsthaus gewordendas ganze Volk kannte nur einen Zweck: Kampf, Kampf fürdie Freiheit, Kampf auf Leben und Tod und willig wurdefür diesen Zweck, im vollsten Sinne des Wortes, Gut undBlut geopfert. In den Jahren der Unterdrückung hatte sichstill und unmerklich der Volksgeist herangebildet. Verschwundenwar die frühere Schlaffheit der Nation, welche sich in denJahren des vergangenen Jahrhunderts gezeigt hatte, verschwun-den war der leidige Kastengeist, der die Stände schroff voneinander schied und den Ausländer höher schätzen ließ, als denLandsmann aus niederem Staude, verschwunden war derengherzige Krämergeist, der sich im Volke gebildet hatte, dieZeit war eine andere geworden, das Volk mit ihr. DieTruppen, die jetzt nach Kampf mit dem Feinde lechzten, warennicht die von 1806, Haufen von geworbenen Söldlingen,durch den Korporalstock in Zucht und Ordnung gehalten