Druckschrift 
1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

62§. 4.Mit der Veröffentlichung dieser Documente war derBruch mit Frankreich unheilbar, war der Krieg entschieden,ja sogar begonnen. Man muß den Entschluß Preußens, dersich in diesem Beginn des Krieges aussprach, einen kühnerund hochherzigen nennen, denn nicht gering war die Machtdes zu bekämpfenden Feindes, nicht übermäßig waren die Hülfs-quellen Preußens. Hatte Napoleon auch den größten Thei-seines Heeres eingebüßt, so vermochte er doch binnen kurzerZeit wieder ungeheure Truppenmassen in das Feld zu führen,denn noch gebot er über ein Land von mehr denn vierziMillionen Einwohnern, noch hatte er eine Masse alter Truppen,die in den Festungen als Besatzungen lagen, noch war er inBesitz der meisten preußischen Festungen, noch stand der ganzeRheinbund auf seiner Seite.Anderntheils war Preußen nicht das mächtige Preußenvon jetzt. Seine Grenze erstreckte sich nur bis an die Elbeund die schönsten und reichsten seiner jetzigen Provinzengehörten ihm damals nicht. Seine Finanzen waren durchdie unverschämte Contribution, die es an Frankreich hattezahlen müssen, erschöpft, der Handel war gehemmt, dieGewerbe lagen darnieder. Rußland hatte eben einenharten Krieg geführt und bedurfte ebenfalls Zeit, sich vonmanchem Verluste zu erholen. Und Rußland und Preußenstanden allein gegen Frankreich und seine Verbündeten, denndas einflußreiche Oesterreich hielt sich noch neutral.Aber der König vertraute auf den Geist seines Volkes,und sein Vertrauen ward gerechtfertigt. Unbeschreiblich wardie Wirkung seines ersten Aufrufs, ja noch ehe derselbeerfolgte, bereitete sich das Volk auf eigne Hand zum Kampf