Druckschrift 
1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

50schwieriger Lebensmittel und Futter für die Pferde zu bekom-men, denn je weiter sie auch vordrangen, immer stießen sieauf verbrannte Ortschaften und verheerte Erndten. Moskaudie Hauptstadt Rußlands war das Ziel, wo sie Ueberflußhofften, wo sie sich zu entschädigen meinten für Mangel undEntbehrungen, und vorwärts trieb sie ihre Hoffnung. Dierussischen Krieger aber murrten, daß sie weichen sollten ohneKampf, daß sie freiwillig ihren Heerd dem verhaßten FeindePreis geben ſollten. Der Feldherr durfte den Muth ſeinerKrieger durch fortwährenden Rückzug nicht schwächen, er mußteihrer Kampflust nachgeben und beschloß Stand zu halten.Das war Napoleons Wunsch, denn er rechnete auf gewisserSieg und auf Rußlands Nachgiebigkeit nach solchem SiegSo ward die Schlacht an der Moskwa geschlagen *). Eswar eine blutige Schlacht. Die Russen fochten erbittert umihren Heerd, die Franzosen um gute Winterquartiere: dreißig-tausend Mann von beiden Seiten bedeckten die Wahlstatt,der Sieg war nicht entschieden. Die Russen behaupteten dasSchlachtfeld, zogen sich aber am folgenden Tage zurück. DerWeg nach Moskau stand den Franzosen offen, denn der Feinwar hinter die Stadt zurückgegangen noch wenige Märschund das ersehnte Ziel, das alte, von den Russen für heilig gehalteneMoskau lag vor ihnen.§. 4.Hätte jemand fünfzig Jahre früher gesagt, die Franzosendamals verlacht wegen ihrer Niederlage bei Roßbach, würdennach fünfzig Jahren mit Heeresmacht in Moskau einziehen,er würde für einen Träumer gehalten worden sein. Und doch*) Am 7. September.