40lution das Schreckliche zu nehmen, was es gewöhnlich hatEine Revolution ist noch keine Empörung, noch keine Rebellion,sie ist nichts als eine Umwälzung, eine Umgestaltung derbestehenden Ordnung der Dinge. Eine solche kann ohneBlutvergießen geschehen, kann auf dem Boden des Rechtesfußen, kann selbst von der Regierung ausgehen. Die Geschichtehat dafür mehrere Beispiele. Die Umgestaltung der Staatsverfassung in Schweden durch Gustav III. war eine Revolu-tion, und die Geschichte nennt sie so: sie ging vom Königaus, und hat nie den Boden des Rechts verlassen. So warder Thronwechsel in England 1688 eine Revolution, wobeikein Tropfen Blutes vergossen wurde.Wir haben gesehen, daß die französische Revolution fried-lich begann, daß sie vom Könige durch Berufung der Reichs-stände eingeleitet, durch Annahme und Beschwörung derBeschlüsse dieser Versammlung bestätigt wurde. Sonach istdiese selbst weder ein Schreckbild, noch ein Verbrechen; sie warin Frankreich nothwendig, begann friedlich und hielt sichanfangs auf dem Boden des Rechts. Allerdings änderte sichdies bald. Scenen des Aufruhrs, des Mordes, der Abscheulichkeit begannen aufzutauchen und ein ganzes Volk wurde zueinem Haufen Wüthender, welcher Gewalt an die Stelle desRechtes setzte und mit Verbrechen eine an sich gute Sachebefleckte. Hier sind die Puncte, über welche dereinst dieGeschichte richten wird. Wir wollen nicht verdammen, nichtbeschönigen, aber der Mensch fühlt sich gedrungen, Gründeaufzusuchen, welche die Verbrechen erklären können, um nichtan der menschlichen Natur verzweifeln und glauben zu müs-sen, ein ganzes Volk könne aus angebornem Blutdurst zuTigern werden. Die Gründe der unheilvollen Wendung derfranzösischen Revolution liegen nicht so fern; sie liegen in dem
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