59heiten in innigem Zusammenhange stehen, die darum als eineabgeschlossene Periode in der Geschichte dasteht und welche vonden Freiheitskriegen vorläufig beschlossen wird. Ehe wir zudiesen selbst kommen, wollen wir die Grundlage eines Urtheilsfestzustellen suchen, das jeder sich selbst bilden wird, der dieGeschichte studirt. Daß wir kein bestimmtes Urtheil aussprechenwollen, hat mehrere Gründe, welche jeder als billig aner-kennen wird. Zunächst kann ein unbedingtes, gerechtes Urtheilüber diese Zeit noch nicht reif sein, denn es gibt in derGeschichte dieser Zeit noch dunkle Stellen, Widersprüche, dieerst die Zeit aufklären wird. Die Revolution hat Parteienerzeugt, welche noch jetzt sich feindlich gegenüber stehen. Eingerechter Richter müßte über diesen Parteien stehen — dasvermag ein Jetztlebender nicht. Mehr oder weniger wird erzu einer Partei sich halten, ihre Grundsätze zu seinen eignengemacht haben, ihre Liebe, ihren Haß theilen — er kann alsonoch kein Urtheil geben, das auf Gerechtigkeit Anspruch machenkönnte. Jedes hier ausgesprochene Urtheil würde demnachGegner finden, möchte es klingen, wie es wollte. Das sollteuns zwar nicht abhalten, auszusprechen, was wir für wahrhalten, wäre dies ein politisches Werk, wäre es eine Streit-schrift — allein diese Blätter sind für das Volk bestimmt undist es hier Pflicht, keinen Anlaß zu Mißdeutungen zu geben.Urtheile, die die Geschichte gesprochen, soll man aus Pflicht demVolke mittheilen — über die nächste Vergangenheit aber hat dieGeschichte noch nicht gerichtet — nur persönliche Ansicht, undman muß billige Scheu tragen, diese dem Volke für eingeschichtliches Urtheil zu geben.Zunächst gilt es jetzt, eine Ansicht über die Zeit von1789 bis 1812 zu gewinnen, oder über die Revolution. Hiermuß man sich vor allen Dingen gewöhnen, dem Worte Revo-
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