51sich Franz II. zum österreichischen Erbkaiser erklärt und alsjetzt Frankreich aussprach, es erkenne kein deutsches Reich mehran, legte er die Entsagungsurkunde vor *). An die Stelledes ehrwürdigen, alten, deutschen Reiches trat jetzt der Rhein-bund, eine fortdauernde Vereinigung von vorläufig sechszehnStaaten, deren vornehmste Baiern, Baden, Würtemberg,Hessen=Darmstadt, Berg und Nassau waren. Damit war dieSouverainetätserklärung dieser Staaten verbunden, und derVerlust der Unabhängigkeit einer Menge kleinerer Fürsten,und der bisher reichsfreien schwäbischen und rheinischen Ritterwie auch mehrerer Reichsstädte. Diese Unterwerfung nannteman später Mediatisirung und aus diesen mediatisirten Fürstensind die jetzigen Standesherren entstanden. Zum Protectordieses Bundes wurde Napoleon erwählt, so daß alsoDeutschland die Schmach erfuhr, an der Spitze eines deut-schen Staaten=Verbandes einen fremdländischen Herrscher zuerblicken.§. 18.Alle diese wichtigen, politischen Veränderungen geschahen,ohne daß Preußen, England und Rußland darum gefragtwurden, und diese Staaten erkannten nur zu deutlich, daßNapoleon noch viel weiter strebe und daß dieses Strebenihnen selbst Gefahr drohe. War der französische Kaiser freund-lich gegen Preußen gewesen, so lange er dessen Bündniß mitOesterreich im letzten Kriege fürchten mußte, so handelte erganz anders, nachdem diese Gefahr für ihn durch den Friedenvon Preßburg beseitigt war. In geheimen Verhandlungen mitEngland erklärte er sich bereit zur Rückgabe Hannovers, obwolPreußen dafür Ansbach und die elevischen Länder abgetreten*) 6. August 1806.
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