52hatte. Murat, der Großherzog von Berg hatte die AbteienEssen und Werden widerrechtlich besetzt. Der Errichtung einesnorddeutschen Bundes unter Preußens Protectorat, zum Gegen-gewichte gegen den rheinischen Bund, handelte Napoleonentgegen. Da Preußens Forderungen zur Abstellung dieserWiderrechtlichkeiten ohne Gehör blieben, so war der Kriegunvermeidlich. Im October 1806 erfolgten die Kriegserklä-rungen. Es war ein unglücklicher Krieg, der jetztbegann. Mit überraschender Schnelligkeit war Napoleon inThüringen eingedrungen und hatte die preußischen Heere imRücken und der linken Flanke überflügelt. Eine großeDoppelschlacht folgte, bei Jena und Auerstädt, in welcherPreußens Heere geschlagen wurden. Der Angriff war soüberraschend gewesen, daß man auf die Folgen eines solchenEreignisses nicht vorbereitet war und so zog sich das preußischeHeer ohne Uebereinstimmung seiner Führer eilig zurück, wurdein einzelnen Abtheilungen geschlagen, gefangen, und schon zehnTage nach der unglücklichen Schlacht waren die Franzosen inBerlin. Die stärksten, wohl ausgerüsteten Festungen ergabensich fast ohne Belagerung *) und bald war das ganze Landbis zur Oder in der Gewalt des Feindes. In Polen bracein Aufstand los, angefacht durch französische Aufforderungen.Da endlich kamen russische Heere zu Hülfe. Blutige Schlachtenwurden geschlagen, auf den beschneiten Feldern an der Narewbei Pultusk und später **) bei preußisch Eilau. Sieblieben ohne Entscheidung. Unbesiegt waren die Preußen undRussen, unbesiegt die Franzosen. Nach der letzten SchlachtNur wenige, wie Kolberg, retteten die Ehre der preußischenKrieger durch standhafte, unbesiegte Vertheidigung.**)Februar 1807
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