Druckschrift 
1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

25Richtung genommen hatte, so verließ Frankreich auch in Bezugauf die äußern Verhältnisse den Weg der Mäßigung und betrugsich übermüthig und alles Recht verachtend. Vom deutschenReiche verlangten die Franzosen die Abtretung des linken Rhein-ufers, und waren schamlos und frech genug, während desWaffenstillstandes und der friedlichen Unterhandlungen, Mainzwegzunehmen und Ehrenbreitstein zu belagern. Eben so nah-men sie ohne Kriegserklärung Malta weg und eroberten unterAnführung Bonaparte's Aegypten, wobei sie jedoch ihreganze Flotte durch die Engländer *) verloren. Den Pabstnahmen sie gefangen und wandelten den Kirchenstaat mitGewalt in eine römische Republik um. Noch widerrecht-licher zwangen sie, nach blutigen Kämpfen, die neutrale Schweiz,eine neue Verfassung anzunehmen und sich zur helvetischenRepublik umzubilden. Auch gegen den König von Sardinienverübten sie mehrere Gewaltstreiche. Alle diese neuen, nachdem Muster der französischen, gebildeten Republiken zwangensie zu oft nachtheiligen Handelsverträgen und Bündnissen,erhoben Brandschatzungen, erklärten öffentliches Staatseigen-thum für das ihrige, plünderten die Kunstschätze, betrugen sichüberhaupt gegen Ueberwundene als übermüthige, räuberischeSieger, gegen Freunde als stolze Herren. Unter solchenUmständen konnte der Friede von Campo=Formio keinenBestand haben und es bildete sich eine zweite große Coalitiongegen Frankreich, der diesmal, außer dem unversöhnlichenEngland, auch Rußland, Neapel und die Türkei beitraten.Die ersten Ereignisse des neuen Krieges trugen sich in Neapelzu, das den Kampf eröffnete, doch ohne einen Sieg erfechtenzu können. Die Franzosen nahmen nach mörderischen Kämpfen) Schlacht bei Abukir, unter Nelson, 1. August 1798.