Druckschrift 
1813, 1814, 1815 : Volksbuch
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16schuf eine neue Verfassung des Staates, nach welcher Lud-wig XVI. zwar König war und blieb, allein seine Machtdurch eine gesetzgebende Versammlung von Abgeordneten desVolkes beschränkt wurde. Alles wäre gut gegangen, hätte derKönig sich mit der neuen Verfassung aufrichtig befreundet, dieer zwar annahm und beschwor, allein nicht Kraft genug hattefest zu halten, und hätte der in das Ausland geflüchtete Adelnicht einen neuen Sturm von außen her auf sein eignes Vater-land geleitet. Die ausgewanderten Adligen, gemeinhin dieEmigranten genannt, an ihrer Spitze die Brüder des Königshatten sich bei Coblenz und Worms gesammelt und gerüstetzu einem Einfall in ihr Vaterland. Sie nannten sich dasauswärtige Frankreich, erklärten die Revolution für das Werkeiner verbrecherischen Partei, obwol Ludwig XVI. durchBeschwörung der Constitution sie rechtlich befestigt hatte,erklärten eben deshalb, der König sei im Stande der Gefan-genschaft und seine Handlungen seien erzwungen, denn er ent-behre des freien Willens, und riefen alle Monarchen um Unter-stützung ihrer Sache an. Sie fanden Gehör und Oesterreichund Preußen, Schweden und Rußland, die Kurfürsten vonMainz und Trier, erklärten sich laut gegen die Revolutionund rüsteten sich zum Kriege. Frankreich sah sich auch zurKriegserklärung genöthigt und versuchte einen Angriff auf dieösterreichischen Niederlande, der aber mißlang. Jetzt zog sicham Rhein ein gewaltiges Heer von Preußen, Oesterreichern undHessen, verstärkt durch die Emigranten zusammen, und von Ita-lien aus drohte ein sardinisches Heer. Die Verbündeten dran-gen in die Champagne ein, 1792, eroberten einige Festungen,mußten aber, mehr durch ungünstiges Wetter, das die Wegeund Lebensmittel verdarb, als von den Franzoſen gedrängtden Rückzug antreten, so daß der erste Angriff scheiterte. Für