14es, daß alle Versuche zur Abhülfe der Finanznoth scheitertenund selbst die redlichsten Männer an der Spitze der Verwal-tung nicht im Stande waren, den Zustand zu bessern. Indieser drückenden Verlegenheit nahm der König zu dem letztenHülfsmittel seine Zuflucht: er berief die allgemeinen Reichs-stände, damit sie die Lage des Staates beriethen und wo mög-lich Abhülfe schaffte. Dies war der Anfang der Revo-lution, wie man sieht, ein ganz friedlicher. ZwölfhundertAbgeordnete wurden berufen und zwar zur Hälfte aus demAdel und die Geistlichkeit, zur Hälfte aus dem sogenanntendritten Stande. Allein gleich von Anfang trat der Partei-geist störend dazwischen. Die Verbesserungen der Staatslagekonnten nur dadurch bewirkt werden, daß die unsinnigen, über-mäßigen Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit aufgehobenwenigstens gemildert wurden, und daß sie, die Reichen, auchdie Staatslasten mittrugen. Allein deß weigerten sie sichbeharrlich, widersetzten sich jeder Einrichtung, welche ihre, allemMenschengefühl und dem vorgeschrittenen Geist der Zeit wider-sprechenden Privilegien, antastete, und weigerten sich, mit demdritten Stande zusammen das Wohl des Staates zu berathenZwar trat nach und nach der größte Theil der Geistlichkeitund mancher edle Mann des Adels auf die Seite des gedrücktenVolkes — allein der König benahm sich schwankend, bald denEingebungen seines guten Herzens, bald den Einflüsterungendes Adelspartei folgend. In dieser Lage faßte die Versamm-lung der Abgeordneten des Volkes den kräftigsten Entschlußund erklärte sich zur Nationalversammlung — der Adelmußte nachgeben. Noch einmal versuchte es der König, vomAdel verführt, gegen sein Wort, der Nationalversammlung zuwiderstreben. Truppen wurden zusammengezogen, der beliebteMinister Necker entlassen. Da brach der Aufruhr in
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