15alles Alte und Hergebrachte über den Haufen warf, und erstsein Ende in den Kriegen fand, zu deren Erzählung das ebenGesagte die erste Einleitung ist.§. 8.Nach dem Tode Ludwigs XV., 1774, befand sich Frank-reich in der übeln Lage, die oben erwähnt wurde. Lud-wig XVI., welcher jetzt den Thron bestiegen hatte, war eingutmüthiger Fürst, der das Beste seines Volkes wollte — aberihm mangelte die Kraft und das Talent, sein Land durch dieSchwierigkeiten durchzuführen, die ihm überall entgegentratenSein Benehmen war immer schwankend, seine Maßregelnwaren stets nur halbe. Zwar gewann Frankreichs politischeStellung nach außen hin wieder einiges Gewicht, da es ruhm-vollen Antheil an dem Kriege der amerikanischen Coloniengegen England nahm, allein eben dieser Krieg vermehrte dieFinanznoth des Staates und diese eben war es, welche immergreller hervortrat und endlich eine Verbesserung der Verwal-tung und des ganzen Staatshaushalts zur unumgänglichenNothwendigkeit machte. Bei dem Tode Ludwig XV. hatteder Staat eine Schuldenmasse von 4500 Millionen gehabt unddie Ausgaben hatten die Einnahmen jährlich um 125 Millio-nen überstiegen. Zehn Jahre nachher waren die Schuldennoch um 1250 Millionen gewachsen und das Defizit in denEinnahmen betrug jährlich 140 Millionen. Dem Unbefan-gensten leuchtet ein, daß dies den Staat in sich selbst ruinirenmußte, wenn keine Abhülfe geschah. Das Volk konnte keineneuen Lasten mehr tragen und der Adel und die Geistlichkeit,welche meistens im Besitz des Grundeigenthums waren, wei-gerten sich hartnäckig, die Last erleichtern zu helfen. So kam
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