Jahrhunderte zu mächtigen Reichen herangebildet, welche selbstin Europa den Platz einer ersten Macht einnahmen, Preußenund Oesterreich. Neben diesen waren Sachsen, Baiern, Wür-temberg, Hannover, Hessen und Baden Mächte zweiten RangesDie übrigen Fürsten hatten weder eine Macht noch eine StimmeZu schwach, um bei vorkommenden Streitigkeiten Neutralitätzu bewahren, mußten sie sich immer an eine größere Machtanschließen, wodurch ihre Selbstständigkeit der Form nach zueiner Abhängigkeit in der Wirklichkeit wurde. Neben dembereits Erwähnten bestanden im deutschen Reiche noch eineMenge anderer sonderbarer Verhältnisse, z. B. die weltlicheHerrschaft mehrerer Erzbisthümer, Bisthümer und Abteiendie Reichsunmittelbarkeit der rheinischen und schwäbischen Rit-terschaft, die demokratischen Verfassungen der freien Reichs-städte. Ueberblickt man diese sonderbare Verfassung, so mußgleich die Unhaltbarkeit derselben in das Auge fallen, undes wird leicht erklärlich, daß es nur eines kräftigen Stoßesvon außen bedurfte, die ganze deutsche Reichsverfassung zuzerstören.§. 4.Ein ganz eignes Verhältniß zu Deutschland hatten Oester-reich und Preußen. Sie waren Mitglieder des deutschen Reiches,und dennoch durch ihre Besitzungen außerhalb Deutschland,wiederum europäische Hauptmächte. Oesterreich, in dessenHerrscherfamilie die deutsche Kaiserkrone beinahe erblich gewor-den, war durch seine Besitzungen in Italien, durch den BesitzUngarns, Siebenbürgens und später Galiziens eine der erstenMächte Europas. Durch die Verwickelungen des dreißigjäh-rigen Krieges und der spätern Kriege mit Ludwig XIV.von Frankreich, dann durch die Abtretung Schlesiens an
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