— 321vorgezeigt, nach welchem Ehrenbreitstein von den K. K. undReichstruppen geräumt und den Franzosen übergeben werdensollte. Obrist v. Sechtern, von wahrer teutscher Vater-landsliebe beseelt, erwiderte:„Ich habe das Commando schon an den Hrn. Obrist v.Faber abgetreten.“ Obrist v. Faber setzte nun hinzu: derGeneral möge ihm erlauben, einen Courier nach Mannheiman das Generalcommando der kaiserl. und Reichsarmee ab-schicken zu dürfen, um Verhaltungsbefehle einzuholen. Dieseswurde zugestanden, und der kurtriersche OberlieutenantWolff ritt zur Stelle mit einer Depesche nach Mannheim.Den 2ten Tag Abends kam dieser Courier aus dem Haupt-quartier zurück und brachte die Nachricht, daß das Vorgebenzur Uebergabe keinen Grund habe. Jetzt ließ unser neuerCommandant alle Vertheidigungsanstalten treffen.Wir Soldaten wetteiferten, den einmüthigen Entschluß zuerkennen zu geben, die Reichsfestung dem teutschen Reich,auf welchem der Krieg noch allein lastete, zu erhalten. Fasttäglich kommt jeder zum Dienst, bei Tage auf die Wacht,bei Nacht zur Bereitschaft oder auf Piquet; doch aus Liebefür das teutsche Vaterland ertrugen wir alle diese Lastengerne, und so wurde dann Ehrenbreitstein, wie bekannt ist,von den Reichstruppen auch bis zur Aushungerung überhaupt1¾ Jahr behauptet, was hoffentlich ihnen ein ehrenvollesAndenken in der vaterländischen Geschichte erhalten wird........1.121
Druckschrift
Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
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