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Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
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303Die Einschiffung erfolgte in einer mondhellen Nacht,aber im Schatten der Berge des rechten Rheinufers gegen 11Uhr Abends zu Klostercamp..Um halb 12 Uhr waren alle Nachen in Bewegung aufdie linke Rheinseite. Niemand durfte sprechen, und nie-mand schießen, bis das Innere der Stadt Boppard er-reicht war.Kaum hatte die Abtheilung den Schatten passirt, welchendie östlichen Gebirge bis zur Mitte des Rheins warfen, sofing das französische Piquet, ober der Stadt an zu feuern.Feldwebel Hornay*), ein tapferer Mann, der sichschon mehrmals ausgezeichnet hatte, mußte mit 10 Manngleich darauf los steuern, und diese Wache ins Gebirge ja-gen. Hier ward ein gewisser Bürvenich aus Ahrweilerund der einzige Sohn eines Schiffers aus Kamp erschossen.Diese einzelnen Schüsse allarmirten die Franzosen in Bop-pard noch nicht, weil keine Nacht bei der häufigen Befah-rung des Rheins ohne Schießen vorüberging. Als aber dieganze Abtheilung den Fuß auf das linke Rheinufer geſetzthatte und andere kleine Abtheilungen gelandet waren, die diefranzösischen Piquets angriffen, geschahen der Schüsse so viele,daß der Feind in Boppard zum Theil aufmerksam wurde.Der im Regiment als unerschrocken bekannte Oberlieute-nant Hermann Velten*) drang schnell mit seiner Mann-schaft gegen das Rheinthor, verjagte die dort postirten fran-zösischen Grenadiere mit dem Bajonett und drang bis zurHauptwache, wo der ausgezeichnete Hauptmann Müller sichmit ihm vereinigte. Alle Thore waren nun besetzt. Eingroßer Theil der vom Rhein nach dem obern Theil der Stadt...*) Feldwebel Hornay erhielt später wegen tapfern Verhaltensbei dieser Expedition die silberne Verdienstmedaille.**) Hermann. Velten aus Bonn ward später in K. K. Diensten bei der Stürmung von Martinsbrück zwischen Graubündtenund Tyrol in den Unterleib geschossen, wodurch er dienstunfähigwurde.