Druckschrift 
Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
Entstehung
Seite
254
Einzelbild herunterladen
 

254 —zu Gunsten des K. K. Heeres unter General Wurmser eineDiversion zu machen.Es gehört nun zur Uebersicht des Standes der Dingeam Oberrhein, zu bemerken, das schon am 24ten October1794 bei der Uebergabe der Rheinschanze, Mannheim gegen-über, war bedungen worden, daß, so lange nur auf demlinken Rheinufer der Krieg geführt würde, Mannheim von denFranzosen nicht bombardirt werden dürfe.Als nun aber die Sambre= und Maas=Armee auf dasrechte Rheinufer übergegangen, forderte Pichegru (Oberge-neral der Rhein= und Mosel=Armee) Mannheim zur Ueber-gabe auf, was dann auch wirklich mit 371. Stück schwerenGeschützes am 20ten Sept. 1795 nach Unterhandlungen mitdem Minister von Oberndorf und General von Belder-busch zur Uebergabe an die Rhein= und Moselarmee kam,als ein Heerhaufen vom General Wurmser, der zur Ver-stärkung herbeieilte, an demselben Tage schon Schwetzingenerreichte. Alles schien nun für die Oestreicher verloren. AuchHannover söhnte sich unter preußischer Vermittlung mit Frank-reich aus; überall war nun auf der Neutralitätslinie (nachdem schon am 5. April 1795 zwischen Preußen und Frank-reich zu Cassel der Frieden erfolgt) der preußische Adler an-geschlagen, und der preußische Generallieutenant, Erbprinzvon Hohenlohe=Ingelfingen, der den Neutralitätskor-den befehligte, und sein Hauptquartier in Frankfurt hatte,ward wie ein schützender Genius betrachtet.Die franz. Rhein= und Moselarmee drang nun vonMannheim zum Theil auf das rechte Rheinufer vor, unddie Clairfayt'sche Armee war nun auch im Rücken bedroht,als der tapfere G. F. M. L. Quosdanovich (derselbe,welcher früherhin bei Neuwied befehligte), jene in demTreffen bei Handschnhsheim am 24. Sept. 1795 schlug, denDivisionsgeneral Dufour gefangen nahm und von denWurmserschen Husaren, welche unter Oberst Gr. Klenau*)*) Einem in spätern Kriegen sehr ausgezeichneten K. K. General.