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Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
Entstehung
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140mit Ochsenhaaren, theils auf andere Weise gestopft werden.Aus Abgang fertiger Patronen mußte der Mannschaft vonder Bürgerbewaffnung Pulver und Blei verabreicht werden. Soviel möglich, suchte man Diesem zwar abzuhelfen; Schneiderund Perückenmacher beschäftigten sich ohne Unterlaß mit Ver-fertigung der Patronen; willig lieh man zu dem militärischenDienste Pferde, Wagen und Geräthschaften: alle Hände be-schäftigten sich zu Vertheidigung der Vaterstadt.Das Feuer der Wälle am folgenden Tage erwidertendie Franzosen nur mit 6 einzigen Schüssen. Abends war nocheine ziemlich starke Kanonade, die darauf folgende Nachtaber blieb ganz ruhig, und erst am andern Morgen erneuertesich der Kanonen=Donner.Gen. Feld=Zeugmeister Freiherr von Gimnich war seitvielen Jahren her Commandant der Stadt und Festung Mainz.Obristlieutenant Eikenmayer war Ingenieur vom Platz-Der Commandant beauftragte den Ingenieur=Obristlieu-tenant, die Stärke und Anstalten der Belagerer auszuspähen,um seine Gegenanstalten darnach zu bemessen. Eikenmayerversah sich mit dem der Universität gehörigen trefflichen Seh-rohr und bestieg in Gesellschaft des Professors Metternichden Stephansthurm, wo man die ganze Gegend von Mainzam beßten überschauen konnte. Eikenmayer, nachdem ersich sorgfältig aller Orten umgesehen, erklärte den versammel-ten Neugierigen, daß die Macht der Belagerer sich auf mehrals Vierzig Tausend Mann beliefe, daß sie eine ungeheureMenge des gröbsten Geschützes, und sogar 22 mit Sturm-leitern beladene Wagen mit sich führten. Er prophezeite hie-raus nicht allein die schrecklichste Belagerung, sondern auchdie gewisse Absicht der Franzosen, die Stadt mit Sturm zuerobern. Man glaubte Eikenmayern auf sein Wort, undplötzlich verbreitete sich diese schreckenvolle Nachricht durch dieganze Stadt. Aengstlich liefen Männer und Weiber auf denStraßen umher und zagten vor dem ihnen bevorstehendenSchicksale. Je mehr diese Nachricht den geängstigten Bürgerniederschlug, desto mehr waren im Gegentheile die Kaiserlichen