stein, diejenigen durch die Neuwieder Ebene über denSaynbach.Wendet man den Blick auf das westliche Rheinufer, somacht sich eine kleine Viertelstunde oberhalb der Stadt eineRheininsel bemerklich und dieser gegenüber ebenfalls auf demlinken Ufer, der Weißenthurn mit seinen die Insel unddas rechte Ufer dominirenden Höhen. Von Weißenthurm biszur Nette, einem Flüßchen, welches etwas unterhalb Neu-wied an dem linken Rheinufer sich in den Rhein ergießt, ver-breitet sich eine vom Strome sanft ansteigende Fläche, die,ebenfalls Neuwied und die Umgegend beherrschend, sich land-wärts an die höhern, nach Niedermennich und Laach hinstrei-chenden, Gebirge anlehnt.Eine halbe Stunde unterhalb der Nette wird die Ebenevon der Stadt Andernach geschlossen, wo dann der Stromvon den von beiden Seiten näher rückenden Gebirgen in einengeres Bette zusammengedrängt wird.Neuwied, erbaut erst im siebenzehnten Jahrhundert, inHäusergevierten mit breiten, regelmäßigen Straßen, von allenSeiten ganz offen, belebt von beiläufig 5500 Seelen, hattegrößtentheils unter der ruhmreichen mehr denn fünfzigjährigenRegierung des unvergeßlichen Fürſten Johann FriedrichAlexander zu Wied*) ſeine jetzige Ausdehnung gewon-nen.**) Dieser edelmüthige Regent ließ kein Mittel unbenützt,.*) Geboren den 19. Nov. 1706, kam zur Regierung 18. Sept.1737; Friedensvermittler zwischen Oestreich und Frankreich 1738; ver-mählte sich mit Burggräfin Caroline von Kirchberg zu Hachenburg2. Juny 1739; feierte fünfzigjährige Regierung 18. Sept. 1787, starb7. Aug. 1791 im Alter von 84 Jahren 9 Monaten.**) Als der Abschluß des westphälischen Friedens zu Münster demso genannten 30 jährigen Krieg ein Ende gemacht hatte, so entstandin eben diesem Jahr, als um eine für Teutschland ewig denkwürdigeGedächtnißzeit, die Stadt Neuwied. Graf Friedrich zu Wiedbegann damit, auf dem Hofgrunde seiner Altvordern in dem verheer-ten Langendorf in der Nähe des Rheinstromes eine Behausung bauen
Druckschrift
Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
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